Montag, 5. oktober 2009 1 05 /10 /2009 21:31
Aha Deutschland ist also nun „schwarz-gelb“....haben ja ganz kurz überlegt bis 2013 dann doch mal lieber hier zu bleiben, aber das ist dann vermutlich auch nicht die Lösung. Aber schon schlimm, wenn man sich überlegt, dass das Wörtchen „soziale Gerechtigkeit“ wohl ab jetzt nur noch im Duden existieren wird und die Unterschiede zwischen „arm“ und „reich“ werden wohl nicht schrupfen, im Gegenteil!
Hier ist das nicht so, hier ist alles anders, hier helfen die, die ein bisschen haben, denen, die garnix haben. Klar gibt’s hier auch wie überall welchen die ganz viel haben, aber das hält sich erstaunlich in Grenzen. Ja wie gesagt, das Land scheint in einer ausgeglichenen Solidarität zu leben, es scheint, dass die Leute noch so arm sein können, noch so schlimme Sachen können hier passieren, die Leute halten zusammen und was am schönsten ist, die Lebensfreude geht hier trotzdem nicht verloren, auch wenn man nicht viel hat, denn scheinbar ist Kohle nicht alles. Wir werden belehrt, und obwohl wir es ja wissen ist es eine erstaunliche Erfahrung die man hier macht und man freut sich, dass es so und nicht anders ist.
Ein solch aufgeschlossenes Voelkchen hab wir noch nie getroffen, jeder lacht und grüsst. Natuerlich, so bekommen es Markus und ich immer wieder zu spueren, werden wir hier noch ein Stueckchen mehr beachtet weil wir eben mal „Gringos“ sind. Ich dachte uebrigens immer „Gringos“ seien nur die Amis, aber wir wurde eines besseren belehrt. Das Wort “Gringo” bezog sich zwar auf den Ami, das haben damals die Mexicaner eingefuehrt, doch mittlerweile ist jeder egal ob Europaer, Ami oder Australier Gringo, weil „gross“ „weiss“ und „reich“ und ich muss sagen, ich hab mich schon daran gewoenht als „Gringa“ bezeichnet zu werden, man weiss immer genau werd gemeint ist. Faszinierend find ich, dass sogar die kleinsten im Kindergarten uns schon Gringos oder Gringitos (das ist die Verniedlichung) nennen. Der Begriff soll hier aber uns gegenueber nichts boeses aussagen, das wurd uns versichert. Es ist einfach mal Tatsache, das wir weiss sind, Markus gross und wir sind auch tatsaechlich reich. Betrachtet man die Lebenshaltungskosten in Peru und in Deutschland, weiss man aber auch einafch ohne gross zu rechenen, warum wir einafch reicher sein muessen, mit den Durchschnittsgehalt hier, koennte man in Deuschland nicht mal eine Woche eine vierkoepfige Familie ernaehren. Das ist auch immer noch eins der Hauptthemen, wenn wir uns mit unseren Leuten hier unterhalten, es wird ganz oft verglichen und jeder will wissen, was dies oder jenes in Deuschland kostet. Auch wenn man auf der Strasse Leute trifft und mit ihnen ins Gespraech kommt, ist das meist das beliebteste Thema. Außerdem müssen wir den Leuten immer erklären, dass auch wir sehr lange Zeit sparen mussten um uns überhaupt diese Reise zu ermöglichen.
So damit schließ ich und wir hoffen das vielleicht gerade durch “schwarz-gelbe” Politik, Deuschland auch nochmal ein Stück solidarischer werden kann!!!!Bei der ersten Demonstration gegen “schwarz-gelbe”-Reichenpolitik wollen wir dabei sein!!!
von esperanza
Kommentar hinzufügen - Kommentare () - empfehlen
Zurück zur Hauptseite

Profil

  • : esperanza
  • Chile 09 - Esperanza Blog
  • : Verein
  • : 4.11.1982
  • : Südamerika Chile Iquique
  • : Nun sind wir endlich am Ziel angekommen. Ein Jahr werden wir versuchen in Iquique (Chile) zu arbeiten und zu leben.
 
Erstellen Sie einen Blog auf de.over-blog.com - Kontakt - Nutzungsbedingungen - Missbrauch melden - Articles les plus commentés