Samstag, 12. september 2009 6 12 /09 /2009 15:53

So jetzt ist ja mal wieder einige Zeit vergangen und ich sollte euch mal ein wenig auf den neusten Stand unseres - mittlerweile ja in Peru – Lebens im Ausland und den damit verbundenen Umständen bringen.

Erstmal hat uns am Mittwoch vor acht Tagen eine sehr traurige Nachricht erreicht und zwar ist Maggis Opi verstorben. Das ist einfach so traurig, dass man im ersten Moment wie gelähmt ist und es sich einfach garnicht vorstellen kann. Im zweiten Moment ist es dann so das man es akzeptieren muss und damit umgehen muss jetzt nicht zuhause sein zu können. Aber Maggi hat dann auch hier in Peru ein Kerzchen aufgestellt und Samstag waren wir am Meer, das hat ihm dann schön Trost gespendet und die Errinnerungen an seinen Opa sind auch hier in Peru dieselben schönen wie in Deutschland.

Jetzt muss ich ja schon sagen, dass mir die Überleitung zu anderen Themen recht schwer fällt. Am Besten fang ich dann mal bei der Arbeit an, die gibt’s nämlich und gleich in geballter Ladung. Im Moment schauen wir uns nämlich mehrere Sachen quasi gleichzeitig an. Dienstags und Donnerstags sind wir immer in der „Municipalidad“ das ist das Rathaus, ein Saarländer würd da wohl sagen, uff de Stadt. Das Rathaus hier also quasi der Staat hat mehrere Projekte die sich „Programas sociales y Alimentarios nennen“. Hauptsächlich geht es um die Betreuung von sogenannten Comedoren, das sind mehr oder weniger kleine private Häuser, in denen immer abwechselnd die Frauen aus einem Viertel für die Leute aus diesem Viertel kochen. Das Essen zahlt die Stadt und es ist für Familien gedacht die sich noch nicht mal ein Mittagessen leisten können. Wir schauen uns im Moment die Arbeit der Leute an, welche die verschiedenen Comedore betreuen. Diese Leute, die alle echt sehr nett sind und uns viel erklären, planen des weiteren verschieden soziale Projekte für die Gemeinschaft und versuchen immer Stück für Stück die gesamte Arbeit zu verbessern. Man muss sich das ganze jetzt aber ganz anders als bei uns in Deutschland vorstellen. Einmal aus der Sicht, da es hauptsächlich um Nahrungssicherung geht und dann weil die Arbeit einfach viel weniger Struktur und Ordnung als bei uns hat. Wir haben auch schon gesagt bekommen, das sie froh sind, dass wir ein wenig mithelfen, weil die Deutschen ja immer so ordentlich und pünktlich sind. Na ja ob sie da jetzt so viel Glück mit uns beiden haben ist fraglich, heut morgen sind wir gleich mal zu spät gekommen. Ach ja und hauptsächlich wollen wir jetzt gemeinsam mit den Leuten von Rathaus einen Markt planen, wo Frauen aus den verschiedenen Comedoren ihr Essen und verschiedene Handarbeiten verkaufen können. Ausserdem sollen einige Comedore mit einer Art „Krippe“ für Kinder von 0 bis 3 Jahren ausgestattet werden, damit die Mütter die arbeiten ein wenig entlastet werden können. Die Sache ist auch wirklich ganz anderes als bei uns, das Konzept von einer solchen Krippe ähnelt zwar von Sinn und Struktur des deutschen, jedoch sind die Örtlichkeiten hier völlig anders, da beispielsweise viele Comedore weder einen normalen Fussboden, noch Wasserleitungen haben.

Montags und mittwochs gehen wir immer in die “Beneficencia” das könnte man als eher private Hilfeeinrichtung bezeihnen. Die kümmern sich zwar auch um diverse Comedore, jedoch auch um zwei Kindergärten in dem richtig armen Stadtteil “las Dunas”. Ausserdem werden Aktionstage veransteltet, so kams dann das Maggi und ich der gestrigen Aktion beigewohnt haben, das ganze war ein Arztbesuch in einer Schule, sowie anschliessende Reis und Zucker Verteilung. Ein Allgemeinmediziner und ein Zahnarzt haben sich insgesamt 100 Kinder angeschaut und anschliessend Medizin verteilt. Für Maggi und mich war die ganze Sache doppelt so anstrengend, weil alles absolut im Chaos versunken ist und man irgendwann garnicht mehr durchgeblickt hat, welches Kind noch wohin muss oder schon fertig ist und sich nicht das zweite mal vom Arzt in den Mund schauen lässt, und weil ständig die Kinder mit uns gequatscht haben und Fotos machen wollten, für die war das wie im Zoo, zwei “Gringos” live auf dem Schulhof. Aber trotzallem wars ein schöner und erfolgreicher Tag. Über die “Beneficencia” wollen wir jetzt übrigens zwei mal die Woche in die Kindergärten gehen und sollen noch Englisch in den Comodoren unterrichten, ach ja die Comodore der “Beneficencia” sind nur für Kinder.

Neben all dem wollen Maggi und ich noch ein eigenes Projekt für Academictravel hier aufbauen, das ganze soll auch in der Form von einem Zentrum sein, wo man dann immer schön die Freiwilligen hinschicken kann.

Ja so ist das mit der Arbeit hier. Es ist echt ganz cool morgens früh aufzustehen und den Tag über was richtiges zutun zu haben und abends dann richtig müde ins Bett zufallen. Aber wie gesagt, mann muss hier echt umdenken und die Arbeit scheint einfach viel elementare als bei uns zu sein, nun merkt man wirklich was es bedeutet wenn sich ein Land Entwicklungsland nennt.

von esperanza
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  • : Nun sind wir endlich am Ziel angekommen. Ein Jahr werden wir versuchen in Iquique (Chile) zu arbeiten und zu leben.
 
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