Montag, 31. august 2009 1 31 /08 /2009 21:05

So da sind wir also in Lambayeque. Lambayeque ist eine etwas kleinere Stadt direkt neben Chicalyo. Scheinbar verfolgen uns die Staedte mit „que“ am Ende, sehr schoen, wenigstens eine Konstante. Ansonsten ist alles weniger konstant, Peru ist anders, vollkommen anders als Chile. Bemerkbar macht sich das zum einen auf der finanziellen Ebene, hier ist einfach alles viel viel billiger als in Chile, was fuer uns ja wirklich sehr gut ist. Zum anderen sind hier, im gegensatz zum chilenischen Norden – so behaupten es auch die Einheimischen und andere Chilenen selbst – die Menschen viel freundlicher, gruessen einen und lachen viel mehr. Wir  werden auch garnicht komisch angeschaut wenn wir hier durch die Stadt laufen oder  mit dem Bus fahren, es wird kurz gelaechelt und gut ist. Natuerlich wird man hier jedoch auch viel uebers Ohr gehauen, was in anbetracht der schrecklichen Armut schon fast verstaendlich scheint. Man muss ausserdem sehr vorsichtig mit gefaelschten Geldscheinen sein, aber das sind Kleinigkeiten mit denen sich leben laesst wenn man Aussicht auf mehr Arbeit hat. Die Sache mit der Arbeit sieht auch bis jetzt ganz gut aus. Am Mittwoch haben wir einen Termin im Rathaus und dann wird weiter geschaut, wir sind ganz zuversichtlich und informieren euch natuerlich weiter.

So jetzt aber mal zu unserem ersten Tag hier in Lambayeque. Nachdem wir ja mit den Maedels eine schoene letzte Zeit in Iqq hatten, in der wir den Maedels „unser Iqq“ von der besten Seite zeigten, sind wir dann alle gemeinsam nach Lima, wo wir dann noch zwei weitere schoene Tage mit Sarah und Isa verbracht haben. Vorgestern trennten sich unsere Wege in Nord und Sued und Maggi und ich mussten ein zweites Mal den Abschiedsschmerz ueber uns ergehen lassen, diesmal aber ja nur noch fuer acht Monate und ganz so schlimm wars auch nicht, weil wir ja Chiclayo und das Unbekannte peruanische Leben vor uns hatten. Nach 12 Stunden Bus, was bis jetzt die kuerzeste Zeit im Bus war und auch ganz angenehm, da die peruanischen Busse quasi halbe Fluggesellschaften sind, mit Essen, Stewardess, Fernseh und weiterem schnick-schnack „on Board“. Man geht sogar zum „boarding“ ins „Gate“ wenn man in den Bus einsteigt und ganz lustig fanden wir das gemeinsame Bingo spielen auf der Fahrt. Man konnte eine Rueckfahrt gewinnen. Anfangs fanden wir das noch ein wenig laecherlich, doch je mehr Zahlen wir auf unseren Kaertchen wegstreichen konnten, desto mehr stieg der Eifer zu gewinnen, was dann jedoch nicht eintrat. In Chiclayo angekommen wurden wir dann von einer netten Frau begruesst und gemeinsam mit ihr und einer weiteren Frau sind wir dann ins 15 Minuten entfernte Lambayeque gefahren. Die eine Frau ist unsere Gastmutter, die andere deren Schwaegerin. Abgeholt haben sie uns wohl mit den Mustang des Sohnes unsere Gastmutter. Sie waren nicht ganz so vertraut mit der Kiste und so kams dann, dass Maggi und ich und unsere beiden riesen Rucksaecke auf der zierlichen Rueckbank des Mustangs platz finden mussten, da sie nicht wusste, wie man den Kofferraum aufbekommt. Es war einfach nur lustig und die beiden sind echt ganz goldig, freundlich, zuvorkommend und sprechen herrlich verstaendliches „peruanisches“ Spanisch, wie der Rest der netten Menschen hier auch. Nachdem wir uns dann in Lambayeque ein wenig umgeschaut haben sind wir dann zum Strand, was sonst! Der Strand ist ca. zwanzig Minuten entfernt. Das kleine Doerfchen wo der Strand ist nennt sich Pimentel. Dorthin kommt man fuer ganz billig mit den kleinen Bussen hier. Die fahren staendig zwischen Lambayeque, Chiclayo und Pimentel hin und her und sind richtig billig, wir zahlen zusammen fuer Hin und Zurueck nur knapp zwei Euro. Ausserdem macht das Busfahren riesen Spaß weil man das Gefuehl hat mitten im peruaniscen Leben zu sein, der Bus fasst einen Fahrer der staendig auf die komisch quitschende Hupe drueckt, einen Einsammler, der immer die Tuer auf macht, das Geld einsammelt und auch die auf der Strasse steheneden Leute zum mitfahren annimiert und nicht zu vergessen die ca. 23 Fahrgaeste, wenn der Bus voller als voll ist, echt ein Erlebnis. So mekrt man das man in Peru angekommen ist, auch ja das bekommen wir uebrigens auch am Klima zu spueren, unsere Jacken koennen wir endlich im Koffer lassen. Und nicht zu vergessen spuer ich – Maggi hatte bis jetzt Glueck – Peru im Magen. Diese Probleme gabs in Chile einfach nicht, weil dort vorallem das Wasser relativ sauber ist. Hier nicht, man muss einfach wahnsinnig aufpassen und nur Wasser aus Flaschen verwenden, daher haben wir uns auch gleich mal mit einer 7 Liter Flasche Wasser eingedeckt.

So viel also zu unseren ersten Eindruecken peruanischer Art. Ach ja in unserem Zimmer haben wir einen Frenseher mit einem deutschen Sender namens Deutschland-Welle-TV ich glaub den gibt’s bei uns nicht, sondern nur im Ausland. War gestern jedenfalls lustig, beim rumzappen plötzlich Oskar Lafontaine live aus Saarbruecken sprechen zu sehen, die Freude war riesig, vorallem in Hinsicht auf das geniale Wahlergebnis im Saarland...“Go Oskar“!!!und so koennen wir sogar die Bundestagswahl live in Lambayeque verfolgen...wir sind nicht aus der Welt!

Gruesse aus Peru!

von esperanza
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  • : Nun sind wir endlich am Ziel angekommen. Ein Jahr werden wir versuchen in Iquique (Chile) zu arbeiten und zu leben.
 
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