So...da wir ja jetzt verkuendet haben, dass wir Chile bald verlassen und nach Peru umsiedeln werden, duerfte die Sachen jawohl fuer alle verstaendlich geklaert sein. Dann will ich jetzt mal noch von unseren, wohl letzten abenteuerlichen Ereignissen hier in „good old Chile“ berichten.
Das Wochenende war wiedermal sehr Ereignissreich. Freitag waren Markus und ich mit Marcos und seiner, wie er uns sagte angehenden „polola“(Freundin auf chilenisch) auf einer lustigen Uniparty.
Kurz vorweg Marcos arbeitet bei „Invub“ einem Jugendbuero, wo wir einen Tag lang, dank Pedros Hilfe, in die Arbeit reinschnuppern durften; viel geschnuppert haben wir zwar nicht uns dafuer aber lange mit dem lustigen Sozialarbeiter namens Lalo unterhalten. Dieser ist ein Riese von Mensch, jedoch mit einem großen, am richtigen Fleck plaziertem Herz ausgestattet. Marcos haben wir auch dort kennengelernt, er kuemmert sich dort als ehrenamtlicher um die Jugendlichen. „Invub“ setzt sich fuer die Rechte der Jugendlichen in Chile ein und hilft den Jugendlichen bei der Umsetztung ihrer kreativen Ideen.
Also weiter, bevor ich hier malwieder ausschweifend werd, ich wollte ja von was ganz anderem schreiben. Mit Marcos haben wir uns dann fuer Freitag verabredet. Wir waren auf der Uni, das dort stattfindende Festchen war glaub ich nicht oeffentlich, ein Seguritymensch hat uns die Tuer aufgeschlossen und poetzlich fanden wir uns in einem kleinen Hof neben dem Unigebaeude wieder, umgebe von ca. 50 abfeiernden Studenten, ueberall leere Bierdosen, Flaschen und Glaeser und ein penetranter Biergeruch lag in der Luft. Oh ich hoer mich ja schon an als haette es uns nicht gefallen. Na klar hats uns gefallen, will ja nicht sagen, dass wir von derartigen Partys abgeneigt sind, wer uns kennt weiß, gegenteiliges ist der Fall...!Nachdem die Party dann ruhiger wurde bzw. unsere mitgebrachtes Bier sich dem Ende zuneigte, sind wir dann noch zu Marcos in die Wohnung, die er sich mit seinen Großeltern teilt. Wir haben uns aber vorab versichert, die zwei „abulitos“ hoeren nicht mehr so gut und schlafen anscheinend immer wie kleine Babys, sonst haetten wir es auch nicht mit ruhigem Gewissen bis sechs Uhr morgens bei Marcos ausgehalten. So kams dann und wir torckelten etwas angetrunken, im schon fast Sonnenaufgang heim. Marcos ist jetzt leider auch einer von den netten Menschen hier, die wir leider verlassen werden, schade dass wir ihn nicht etwas fueher kennengelernt haben, aber am kommenden Sonntag kommt er noch zu unserem Großen-Abschieds-Mehlknebbcher-Essen.
Ja und Samstag gings dann Grill-maeßig wieder richtg zur Sache, wer den Bericht darueber gelesen hat, weiß wohl was jetzt folgt...ja die Maedels haben wieder richtig reingehauen, ich muss ja schon zugeben, dass es mich im Vorfeld etwas Angstueberlaufen hat. Die Vorstellung wieder zwischen vier Haenchenschenkel-abknabbernden und 3 Kilo Fleisch verspeisenden Chileninnen und meinem Maggi mittendrin, zu sitzen und mir ganz nebenbei staendige Ausreden einfallen lassen zu muessen, warum ich keinen Mayo durchzogenen Salat mehr mag, war nicht gerade mein Traumplan fuer den Samstagabend, aber na gut...was soll man da als schwaechlicher Vegitarier auch schon ausrichten? Ausserdem hat Maggi mich mit seinem abgemagerten Dackelhundblickgesicht angeschaut, da war mir klar der Mann braucht nochmal Fleisch, ist ja auch nicht immer ganz einfach mit ner Vegitarierin als Freundin. Gluecklicherweise konnte ich die ganzen Mayo-Salate, von der letzten Grillorgie, verhindern indem ich ruckzuck reagierte und meinen kalorienaermeren Nudelsalat in der Runde schmackhaft machen konnte. Ausserdem wurde aufgrund von akkutem Geldmagel tatsaechlich nur ein „bisschen“ Fleisch (was auch vollkommen ausreichte) und Bier gekauft und ich durfte mich mit meinem Nudelsalat beknuegen. Nach dem dann der Elektrogrill, wohlgemerkt in der Kueche aufgebaut war - weil draussen im Hof keine Elektrizitaet vorhaben war - und mein Salaetchen fertig, gings dann estmal zum Karaoke singen in Nelas kleines Zimmer (wers noch nicht weiss, Nela ist ein Zimmer neben unseres gezogen), gerade so hat mein Bierglas noch ein Plaetzchen auf dem Boden ergattern koennen und dann ging das Geroele auch schon los, sogar Maggi hat sich ans Mikro getraut, gegen die vier Maedels konnte er sich nicht wirklich wehren (Dani!das naechstemal macht Maggi dann wohl auch bei unserem Gegroele mit;-)). Als das Fleisch dann endlich, zehn Songs spaeter, fertig war gings los und ich war ploetzlcih nicht mehr Teil der Gemeinschaft. nachdem ich meinen Teller Nudelsalat gespeist hatte, musste aus der Fleischqual durchfluteten Kueche in den Hof entfliehen, von dort aus konnte ich dann jedoch wunderbar die Fleischgemeinschaft im Gefieder - Kaempfen beobachten, herrlich. Ausserdem ein echt ganz neues Gefuehl fuer mich, ich will ja jetzt nicht uebertreiben oder so, aber habt ihr euch schonmal irgendwo als die leichteste Person auf ner Party wiedergefunden? Achso, neben meinem Nudelsalat wurde dann doch noch schnell ein Maissalat mit purer Mayo gezaubert, aber vom Nudelsalat haben sie trotzdem probiert und mich gefragt warum ich da keine Mayo dranmache.... Na ja Geschmaecker sind eben verschieden, aber ein netter abende wars trotzdem.